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Whiskey and the Doors II
Was zur Hölle war nun wieder passiert? Ich bin betrunken, schon wieder. Das 3. Mal in den letzten Tagen. Immer wieder dasselbe. Erst passiert etwas schlechtes, so wie es das jeden Tag tut, ich fahre nach Hause, mache mir meinen Whiskey auf und die Doors auf volle Lautstärke. Muni Waste sind zu hart und zu fröhlich in dieser Situation und die Cigs zu ruhig und melancholisch. Mozzik zu modern und September Stories zu wahr. Blieben nur noch die Doors. Haben so einen nostalgisch amerikanischen Touch. Aus einer längst vergangenen Zeit... Wie ich selbst.
Die Züge haben heute verrückt gespielt und das Wetter spiegelt meine Stimmung wieder. Nur Regen. Den ganzen Tag. Butchy hat es nicht verkraftet, was ich ihm heute gesagt habe und Mr. S war wieder zu ehrlich sodass ich nur einen Satz von ihm verleugnen könnte. Einen Mittelweg suchen, ja? Ich? Ms. Straight mit dem Kopf durch die Wand? Ein Mensch dem alles genommen wurde soll diesen Menschen noch vertrauen? Lieber bleibe ich alleine. Das was ich habe, reicht gerade dazu aus, um über Wasser zu bleiben. Nichts um mich herum, macht Sinn. Niemand in meinem Umfeld hat es verdient, mein Vertrauen zu gewinnen. Sie sind doch alle gleich.
Ständig hast du mir gesagt, du liebst mich. Ich wäre alles für dich. Viel zu wertvoll, um mich weg zu geben. Wie oft hast du gesagt, dass mich niemand ersetzen könnte? Zu oft, mit diesem Glänzen in deinen Augen, als wenn du es wirklich, von Herzen, ernst meinst. Aber Schatz, jemand tut es immer. Jedes Mal. Ob jetzt, oder in einem Jahr. Keine Seele dieser Welt hätte es verdient, dort zu sein, wo ich einst war. Nicht einmal ich selber. Ich habe zu viel kaputt gemacht, zu viel, um es jemals reparieren zu können und letztendlich bin auch ich nicht verschont geblieben.
Ich bin nur noch ein Schatten meiner selbst, der aus dem inneren einer Glaskuppel, apathisch nach draußen starrt und sich nichts sehnlicher wünscht, als dort zu sein, wie alle anderen. Es ist kalt hier und einsam. Alle meine Freunde sind dort, blicken traurig zu mir, trauern um mich und es zerreißt mir das Herz, sie so zu sehen. Ich bin so weit von ihnen entfernt, sie können mich nicht einmal hören. Xhelozia steht neben ihnen, doch sie wissen, dass ich es nicht bin, dass ich nie so war und nie so sein werde. Sie vermissen mich, versuchen das Glas zu zerbrechen, doch es ist zu dick und wächst mit jedem Tag. Auch ich schaffe es nicht, dieses Gefängnis zu verlassen. Es ist so trostlos und doch so vertraut. War es denn jemals anders? Ich erinnere mich nicht an eine Zeit davor.
Am Ende glaube ich, habe ich einfach aufgegeben. Meine Kraft reicht nicht, um mich zu befreien und sie schwindet mit jedem weiteren Versuch. Meine Hoffnung ist schon lange fort. Länger, als meine Freunde an all dem hier, meine Liebe, mein Vertrauen. Ich habe jahrelang ohne Ziel gekämpft und erst jetzt gemerkt, wie wenig Sinn das macht.
Sie sagen, ich könnte alles haben. Mit meiner Intelligenz, einen guten Job, mit meiner Liebenswürdigkeit, viele Freunde, mit meinem Charme einen perfekten Partner und mit meiner Fantasie einen Weg aus jeder Krise. Wer seid ihr eigentlich, das beurteilen zu können? Es ist einfach, daneben zu sitzen und kluge Ratschläge zu geben, oder? Zu sagen, dass alles wieder gut wird, ohne überhaupt das Problem zu kennen? Ich kann alles haben... Alles was ich will. Wie lustig. Denn das einzige, was ich am Ende jedes Tages habe, sind Whiskey und The Doors.
Was würdest du wohl sagen, wenn du mich so siehst? "Hey Kleine, steh wieder auf, das ist nicht das Ende der Welt. Ich weiß, dass du es schaffen kannst." Wäre es das? Ich würde wahrscheinlich dein wunderschönes Lächeln erwidern und aus meinem Bett krabbeln. Direkt in deine Arme, die mich auf der Stelle zerquetschen könnten, doch das tun sie nicht. Das würden sie niemals.
Die Tür würde noch offen stehen, da du mich nur abholen wolltest. Dein Wagen würde draußen warten, die Fenster noch geöffnet, damit es darin schön kühl bleibt.
Ich würde wahrscheinlich ein Gefühl empfinden, was ich nur aus Erzählungen kenne. Ich habe noch nie gewusst, wie Liebe aussieht. Aber ich denke, sie würde dir ähnlich sehen, wenn ihr nicht sogar eins sein würdet.
Ich weiß, dass selbst wenn ich meinen Arm nach die ausstrecken würde, meine Finger nach dir greifen würden... Du würdest meine Hand niemals nehmen, denn ich bin nicht die Person, die neben dir stehen wird. Ich bin nur ein kleines, unscheinbares Licht und du... Du bist die Sonne. Du würdest mich gar nicht sehen, bei all der Helligkeit. Einfach nicht bemerken, aber ich würde wenigstens ein bisschen von deiner Wärme spüren können. Nur wenn ich dich sehen würde... Nur wenn...