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ktb 01.03.2015 : jenseits der grenze, liegt eine andere hoffnungslosigkeit.
jenseits der grenze, wo einem die eisige nebelluft des nichts entgegen weht gibt es eigentlich nichts zu sagen, da es keine worte gibt um irgendetwas zu beschönigen. für was auch, da sowieso alles nur im grauenhaften nichts verschwindet und nur eine leblose hülle zurückbleibt, die an vergessenes erinnert sich aber nicht erinnern kann. der urlaub von der therapie war im grossen und ganzen sehr schön. wir sind nach balatonszarszo gefahren, da maria und natasha diese kleinstadt noch nicht kennen. nur brit und ich waren schön öfter hier. wir haben gestern das attila jozsef museum besucht. er ist für mich der grösste magyarische lyriker und seine gedichte sind für mich eine meisterleistung der dichtkunst. sie sind wie ein blick in die magyarische seele. er war zwar ein budapeszter, hat aber hier des öfteren geurlaubt und da er hier in einer nebeligen dezembernacht, vor einen güterzug gesprungen ist, ist hier auch das museum (in budapeszt und miskolc gibt es statuen mit gedenkinschriften). ich habe selbst das museum das erste mal (nach einer stürmischen, feurigen nacht) in begleitung einer schönen magyarin namens lila an einem heissen augusttag vor vielen jahren besucht. als dabei ein starkes gewitter niederging war die atmosphäre perfekt. deshalb erinnere ich mich immer wieder an diesen moment, an dem ich mich total und leidenschaftlich zur liebe, zu ungarn und zum tod hingezogen fühlte. übrigens hat ungarn weltweit eine der höchsten suizidraten. ich hatte übrigens nicht vor mich wärend meines urlaubs vor einen zug zu schmeissen. mir reicht es schon, dass ich mich wieder geschnitten habe (brit hat nichts davon gemerkt und ich habe auch nicht die absicht es ihr mitzuteilen) und es tut mir absolut nicht leid. muss ich halt nach 15 ritzfreien tagen wieder bei eins zu zählen beginnen. ich musste es tun. dass verlangen nach der klinge war einfach zu gross und jetzt fühle ich mich auch wohler und von einem inneren druck befreit. wie man in der klapse darüber denken wird ist mir ehrlich gesagt absolut egal, so wie mir vieles in den letzten tagen egal geworden ist. heute fahren wir im laufe des tages wieder richtung klinik und da schönes wetter angekündigt ist werden wir einen gemütlichen reitausflug unternehmen bevor ich wieder in die klinik oder besser gesagt das sanatorium muss. im übrigen habe ich wenigstens meine pflaster nicht umsonst mitgenommen ;-) wünsche euch nen schönen sonntag und alles gute! lg alfred
p.s.: wenn gleichgültigkeit alltäglich und zur norm wird, wird hassen zur pflicht.
p.p.s.: die saroten 50 mg drei mal täglich tabletten scheinen seit donnerstag zu wirken.