Bedeutung meinerseits
Sehr geehrte Damen und Herren!
Wie Sie vielleicht schon wissen, bin ich noch minderjährig.
Für den kaufmännischen Ausdruck erweitert geschäftsfähig.
Deswegen wohne ich noch bei meinen Eltern und besitze ein eigenes Zimmer.
Doch dieses Zimmer hat eine wahnsinnig große Bedeutung für mich.
Natürlich nicht nur, weil es mein eigenes Imperium ist. Indem ich mich zurückziehen kann.
Sondern weil der Boden zerkratzt ist, die Wände beschädigt und die Tür ebenfalls einiges
mitmachen musste. In diesem Raum, erlebte ich Höhen und Tiefen. Sowohl auch Angst und Kummer.
Mittlerweile habe ich mir eine tiefe Verbindung zu meinem Zimmer aufgebaut.
Als ich klein war, lag meine Großmutter in diesem Raum in meinem Bett.
Sie war krebskrank und hatte leider nicht die Kraft mit mir zu toben.
Trotzdem spielte sie mit mir, und ich fragte mich immer wieder, weshalb sie die meiste Zeit in meinem
Bett lag. Mama, warum steht meine Oma nicht auf?
Als es ihr schlechter ging, wurde sie in ein Krankenhaus gebracht.
Mittlerweile war ich fünf, ich schlief noch seelenruhig bei meinen Eltern.
Mein Zimmer war nicht wirklich ein Ort, an dem ich mich gerne aufhielt.
Ich benutzte ihn nur, wenn ich Spielsachen darin verstauen wollte.
Ein paar Jahre vergingen und ich fing an, mir eigene kleine Ecken zu bauen.
Sie waren sehr schön dekoriert und ich gab mir sehr viel Mühe dabei. Ich bastelte
und die Figuren mussten in Reih und Glied stehen. Wie kleine Soldaten platzierte
ich meine Pferdchen. Niemand durfte etwas daran verändern oder es berühren.
Ich wurde schon nervös, wenn jemand daran vorbeiging.
Irgendwann wollte ich keine Ecken mehr bauen. Ich wollte etwas größeres, alles darin sollte
nur mir gehören und ich muss es verschließen können. Sodass niemand auch nur in die Nähe
gelangt. Was wäre in diesem Fall besser als mein Zimmer?
Somit wurde dieses Zimmer zu einem Raum indem Alles begann!
Ich fing an, auszumisten, stundenlang zu putzen und perfektionierte jeden Zentimeter.
Mit der Zeit putzte ich mein Zimmer in regelmäßigen Abständen. Und sie wurden immer kürzer.
Doch ich war unzufrieden mit dem, was ich besitze. Ich wollte schönere Möbel, eine andere
Dekorationseinrichtung und musste ein Zimmer komplett umkrempeln.
Meine Freundinnen kauften sich Klamotten und Schminke. Ich kaufte mir Bilderrahmen, Decken,
Vorhänge oder Bettwäsche. Ich interessierte mich kaum für Klamotten oder Beauty Tipps.
Aber jetzt! Werde ich mein Zimmer mit dem, meiner Eltern tauschen.
Ich möchte lernen loszulassen und Abschied von all dem nehmen. Die sämtlichen Erinnerungen
hinter mir lassen um nicht mehr sagen zu müssen: Warum tust du mir das an?
Ich will endlich frei sein von diesen negativen Gedanken. Wünscht mir Glück!
GLG Karin Reicher