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Austausch Angehörige nach Suizid

Hallo,

ich würde mich hier gerne mit Leuten austauschen, die auch Angehörige durch einen Suizid verloren haben.

Meine erwachsene Tochter hat diesen Weg vor 6 Wochen gewählt.

Ich bin mir bewusst, dass dies erst vor kurzer Zeit geschehen ist und ich mit vielen Symptomen rechnen muss ... Vor allem nachts kommen Gedanken, die ich kaum steuern kann (dann kann ich auch nicht wieder einschlafen). Ich habe verstanden, weshalb sie es getan hat aber zugleich bleibt es unbegreiflich...

Artesina

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Antworten (6)
    • Hallo Artesina,

      Mein Beileid. Viel Kraft

      Kennst du schon Agus e.V. Ein Verein für Angehörige um Suizid, dort finden viele Hilfe und Unterstützung durch erfahrene Betroffene. Es gibt eine Telefonnr, regionale Gruppen. Vielleicht sogar ein anonymer Austausch, da bin ich nicht sicher.

      Alles Gute

      Dina

      • Liebe Dina,

        Danke. Ja, ich kenne Agus.

        Im Moment ist die Selbsthilfegruppe voll aber ich konnte mich mit der Leiterin treffen.

        LG

        Artesina

        • Hallo Artensia,

          erstmal möchte ich dir mein Beileid aussprechen, dass du dein Kind auf diese schreckliche Art und Weise verloren hast.

          Ich habe auch einen geliebten Menschen durch Suizid verloren, wir waren zwar nicht mehr zusammen, aber der Vater meiner Kinder war die Liebe meines Lebens. Aufgrund seiner psychischen Verfassung, die mit den Jahren schlimmer wurde, musste ich den Weg der Trennung gehen. In etwa 3 Jahre nach der Trennung hat er sich suizidiert. Ich bin bereits durch viele Phasen durch, befinde mich aber für mein Gefühl momentan in der schlimmsten Phase. Gefühle kommen und gehen, Gedanken kommen und gehen, manchmal scheint es unaushaltbar und doch muss es weiter gehen. Ich bin gern bereit mich mit dir auszutauschen, falls du möchtest.

          Ich wusste/spürte, dass der Tag irgendwann kommen würde, ich hatte jahrelang immer Angst davor und doch ist es unbegreiflich. Und unvorstellbar ist es oft für mich, es ist ein Schmerz, den ich kaum beschreiben kann. Wenn ich es nicht fassen kann, fahre ich an sein Grab und lege meine Hand auf die Erde um ihm Nahe sein zu können.

          Hannah

        • Liebe Hannah,

          ich beantrage nun auch eine Reha. Wie geht es dir? Hattest du deine Reha schon? Nein, so richtig wird es glaub ich nie vorüber gehen. Mich ärgern solche Aussagen wie - jetzt muss aber wieder Normalität einkehren,… das Leben geht weiter du musst wieder normal leben so wie davor…

          hallo… denke ich mir… es gibt keine Normalität mehr und schon gar kein Leben wie davor. Es gibt ein Leben vor und ein Leben nach dem Suizid. Aber man kann den Menschen die das nicht miterlebt haben, leider nicht verübeln solche Aussagen, denn nur jemand, der es selbst erlebt und durchlebt hat, kann annähernd empfinden wie man selbst empfindet.

          Ich würd mich freuen von dir zu lesen.

          liebe Grüße

          Hannah

          • Liebe Artesina,

            ich möchte dir hiermit auch erst mal mein ganz aufrichtiges Mitgefühl aussprechen.

            Meine Tochter (23) hat sich letztes Jahr im Juli suizidiert. Seitdem ist nichts mehr, wie es war. Ein Jahr liegt nun hinter mir und der Schmerz lässt keine Sekunde nach. Ich besuche, je nach Kraft, eine AGUS-Gruppe in meinem Heimatort. Hole mir bei einer Trauerbegleiterin, mit Schwerpunkt Suizid, Hilfe und gehe so oft wie nötig zur Sprechstunde.

            Meine Tochter war mein einziges Kind, das macht das Ganze noch unerträglicher. Wenn ich mit Mütter spreche, die auch ihr einziges Kind verloren haben, merke ich dass eine unglaubliche Wut und Eifersucht auf die fällt, die noch Kinder haben. Das kommt noch "on top" zur täglichen Trauerarbeit dazu. Ich kämpfe auch dagegen an.

            Was wir, die ein Kind verloren haben, durchmachen....das kann nur jemand verstehen, der das selber erlebt hat. Der Sinn des Lebens kommt abhanden, die Welt dreht sich anders, man bekommt einen ganz anderen Blick auf die Dinge.

            Gerade nachts kommen oft die Dämonen. das ist leider normal. Kurz nach dem Tod meiner Tochter (ich habe sie morgens tot in ihrem Bett gefunden), hatte ich nachts richtig Angst. Das kannte ich so gar nicht. Das hat zum Glück nachgelassen.

            Ich wünsche dir ganz viel Kraft und hoffe, dass du Menschen in deinem Umfeld hast, die dir zur Seite stehen. Ich würde mich freuen, wenn wir uns austauschen könnten....

            Liebe Grüße Vera

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