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Ich kann ebenfalls mit Menschen nicht umgehen bzw. ertrage die allerwenigsten Zeitgenossen auch nur kurze Zeit in meiner Gegenwart. Allerdings ist die tragische Konsequenz daraus, nämlich ein total vereinsamtes Dasein, mindestens genausowenig erfreulich..
Letztlich geht es für jeden Menschen nur darum, zu entscheiden, welche Prioritäten er im Leben setzen möchte:
Sich für das "Du" entscheiden und lernen damit zu leben, dass es keine "idealen" und "pflegeleichten" Gefährten im Leben geben kann.. das ist nunmal reinstes Wunschdenken und hat nichts mit der Realität zu tun..die Fähigkeit, Kompromisse einzugehen, Risiken, Verletzungen und Enttäuschungen einzukalkulieren ist so ziemlich das Wichtigste, was man lernen muss, wenn man sich für Freundschaften oder Beziehungen entscheidet..
Oder sich gegen die Menschen entscheiden und seine "Ruhe" haben, aber dafür ständig an Einsamkeit und Traurigkeit zu leiden und sich permanent zu fragen, was für einen Sinn ein so isoliertes Leben überhaupt haben soll..und darüber hinaus auch mit den unwiderruflichen und bitteren Auswirkungen des permanent fehlenden sozialen Feedbacks leben zu müssen..
Ich kann bis heute keine der beiden Prioritäten gutheißen, auch wenn ich mich schon seit Jahren für Letztere entschieden hab..aber in meinem Kopf hab ich nach wie vor große Sehnsucht nach jeglicher sozialer Nähe..auch wenn ich wahrscheinlich nie imstande sein werde, sie faktisch umzusetzen oder zu leben..
Schopenhauer bemerkt dazu sehr treffend in einem seiner Werke:
"So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zu einander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder von einander ab".
Dem kann ich nicht mehr viel hinzufügen..